Gegen die Initiatoren von millionenschweren Anlagefonds für Bauprojekte in Dubai hat die Bielefelder Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Den beiden Chefs des Gütersloher Unternehmens Alternative Capital Invest (ACI) wird vorgeworfen, in drei Fällen Kapitalanlagebetrug betrieben zu haben. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden legte dar, dass insgesamt mehr als 56 Millionen Euro von mehreren Tausend Anlegern in drei Fonds für Bauprojekte im Wüstenstaat Dubai eingesammelt wurde. Die genaue Höhe des Schadens konnte noch nicht ermittelt werden.
Laut Staatsanwaltschaft wurden in den Jahren 2006 und 2007 in den Verkaufsprojekten wesentliche Tatsachen verschwiegen, was auf den faktischen Geschäftsführer (66) und seinen 36-jährigen Sohn, der der offizielle Geschäftsführer ist, zurückzuführen sei. Hierzu zählten die Höhe der Vermittlungsprovision, der Werbekosten und der Lizenzgebühren für Markenrechte. Das sogenannte Tower-Branding für Werbezwecke wurde von ACI eingesetzt, nachdem die Gebäude Namen von Prominenten tragen sollten wie Michael Schumacher, Niki Lauda und Boris Becker. Allerdings blieb der Bau dieser Gebäude aus. Im September 2010 meldeten vier der sieben ACI Dubai-Fonds Insolvenz an, kurz darauf wurde das Insolvenzverfahren vom Amtsgericht eröffnet.
Der Begründung von ACI zur Folge, resultierte die Pleite aus dem Preisfall bei Immobilien in Dubai. Zum Zeitpunkt der Anklageerhebung lag noch keine Stellungnahme vor. Sollte es zu einer Anklage durch das Landgericht Bielefeld kommen, wird den Beschuldigten eine Geldbuße oder eine Haftstrafe drohen.
Mitgeteilt durch Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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