Nach Ansicht von Experten haben Sportwetter schlechte Karten, wenn sie angesichts möglicherweise manipulierter Spiele ihr Wettgeld einklagen wollen. Juristisch ist zum Beispiel ein Schadensersatz für entgangenen Gewinn kaum durchzusetzen.
Vor dem Hintergrund des jüngsten Wettskandals im europäischen Fußball sind zwei Szenarien denkbar, so die Ansicht von Sportrechtlern. Das eine sieht so aus: Hätte ich meine Wette gewonnen, das Spiel ging aber anders aus – dann kann ich nicht beweisen, dass es ohne Manipulation in Wirklichkeit zu einem Wunschergebnis gekommen wäre. Das wird niemandem juristisch gelingen. Das zweite Szenario: Ich habe Geld eingesetzt und zweifle nicht das Ergebnis, sondern grundsätzlich den Verlauf und Ausgang des Spiels an. Das ist zwar möglich, denn die Wette wurde über den Verlauf eines fairen Spiels abgeschlossen, dann stellt sich aber die Frage, wen man belangen kann. Den Vertrag schließen Wetter mit dem Wettanbieter. Aber der hat nicht manipuliert und ist deshalb nicht in der Verantwortung.
Es ist unwahrscheinlich, dass ein Verbraucher hier mit einer Schadensersatzklage weiterkommt. Es ist zwar ein juristisch denkbarer Weg, aber ohne Chance auf Erfolg.
Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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