Nach dem 4:0 (2:0)-Heimsieg gegen Hannover 96 zeigte sich Eintracht-Coach Friedhelm Funkel mitfühlend: „Ich weiß, was jetzt los ist in Hannover. Ich hoffe, dass sie da genauso ruhig sind, denn Dieter hat in den letzten Jahren einfach gut gearbeitet.“ Das Mitleid galt Funkels Hannoveraner Trainerkollegen Dieter Hecking. Der befindet sich seit dem 0:4 in Frankfurt in einer ähnlich schwierigen Lage wie Funkel noch vor einigen Wochen.
Damals durfte Funkel weitermachen und feierte nun eine Woche nach der höchsten Saisonniederlage, dem 0:4 in Dortmund, nun gegen Hannover seinen bislang höchsten Sieg. Der Erfolg gegen den zuvor punkt- und torgleichen Konkurrenten verschafft den Frankfurtern etwas Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge beträgt nun sechs Punkte.
Funkel konnte wieder auf Rechtsverteidiger Patrick Ochs zurückgreifen, der der Abwehr sichtlich Stabilität verlieh. In der Innenverteidigung zeigte Habib Bellaid an der Seite von Marco Russ eine starke Leistung. Auf Aaron Galindo musste die Eintracht verzichten, der mexikanische Nationalspieler war unentschuldigt mit einem Tag Verspätung vom Länderspiel in Honduras zurückgekehrt – eine Aktion, die laut Funkel Folgen haben wird für den 26-Jährigen.
Die Gastgeber übernahmen schnell die Initiative, und eine Standardsituation sorgte für die Führung: Einen Eckball des immer stärker aufspielenden Markus Steinh&oumL;fer köpfte Nikos Liberopoulos zum 1:0 ins Tor. Der Treffer sorgte für Selbstvertrauen bei der Eintracht. Noch vor der Pause erzielte Marco Russ das verdiente 2:0. Mit einem Kopfball hatte Martin Fenin die Latte getroffen, Abwehrspieler Russ machte es präziser und sagte später: „Jede Mannschaft, die eine Woche vorher eine Klatsche bekommt, ist auf Wiedergutmachung aus. Das war heute ein ganz wichtiges Spiel für uns.“
Gegen Spielende vor 39.600 Zuschauern machten wiederum Nikos Liberopoulos nach Anspiel von Martin Fenin sowie der agile Tscheche selbst die Wiedergutmachung dann perfekt. Aber niemand weiß, welche Wendung das Spiel genommen hätte, wenn Schiedsrichter Günter Perl acht Minuten vor Spielende bei seinem Elfmeterpfiff geblieben wäre. Nach einem Zweikampf zwischen Bellaid und Hanke hatte Perl auf Strafstoß für Hannover entschieden, nach Absprache mit dem Linienrichter aber seine Meinung geändert. Diese Entscheidung war korrekt, und Hannovers Trainer Hecking zeigte sich als fairer Verlierer.