Die Bundesregierung hat umfangreiche Modernisierungs- und Sanierungspflichten beschlossen, die dazu führen können, dass eine Haussanierung in diesem Sinne fast so teuer wird wie ein Neubau. Einfachen Wohnungen aus den 50er und 60er Jahren droht der Abriss oder der Verfall, wenn das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung in der jetzigen Form oder gar verschärft umgesetzt wird. Der Verband der Bayerischen Wohnungsunternehmen hat errechnet, dass umfassende Sanierungen an solchen Häusern fast genauso viel kostet, wie Neubauten. Jede Modernisierung werde unverhältnismäßig teuer. Die Hausbesitzer und Wohnungseigentümer könnten das weder finanzieren noch auf die Miete vollständig umlegen. Damit würden viel weniger Gebäude modernisiert als zurzeit. Der Verband trat deshalb für ein sinnvolles Modernisierungsprogramm ein. Bei den strengsten Grenzwerten werde insgesamt weniger Energie eingespart und CO2 vermieden, als bei Vorgaben mit Augenmaß. Für das Heizen von einem Quadratmeter Wohnfläche würden zurzeit 16 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht. „Wir müssen insgesamt zum 10-Liter-Haus kommen“, fordern die Wohnungswirtschaftler. Bei Neubauten seien heute 7 Liter Standard. Es gebe aber schon Passivhäuser, deren Verbrauch nahe bei Null liege. Die Wohnungswirtschaft habe die Energiesparforderungen von Kyoto schon mehr als erfüllt. 1970 habe der Quadratmeterverbrauch bei 43 Litern gelegen. Wir wehren uns deshalb dagegen, dass die Nutzung erneuerbarer Energien einseitig zu Lasten der Vermieter und der Eigentümer gehen soll. Es dürfte nicht bei größeren Sanierungen der Einbau von Anlagen alternativer Energieträger verlangt werden. Die Hausbesitzer könnten solche hohen Kosten allenfalls in den Ballungsräumen wie München auf die Mieter umlegen. Auf dem Land lasse der Markt solche Miethöhen nicht zu. Dies gelteauch für die, die sowieso schon wohnungswirtschaftliche Probleme haben, wie im gesamten Osten der Republik und im Ruhrgebiet. Jeder Besitzer wünschte, dass sein Haus gut aussieht und wenig Energie verbraucht, weil es dann besser und langfristig vermietet werden kann. Wenn aber bei fast jeder Modernisierungsankündigung die Anwaltsschreiben einliefen, dass dieses und jenes nicht umlagefähig sei und der Vermieter auf den Kosten sitzen bleibe, dann werde er die nächste Modernisierung bleiben lassen. Unter diesen Bedingungen sei der Mietwohnungsbau fast zum Erliegen gekommen. In keinem anderen Jahr nach dem 2. Weltkrieg werden weniger Mietwohnungen fertiggestellt als 2007. Dies liegt natürlich auch an dem völligen Überangebot in einigen Bereichen und Gebieten deutscher Groß- , Mittel- und Kleinstädten. Dies wiederum wurde durch die Finanzierungswelle für fehlgeschlagene Kapitalanlagen in den 90er Jahren befördert. Müssten diese Häuser und Wohnungen nach den neuen Vorschriften modernisiert werden, dürfte der Verfall kaum noch aufzuhalten sein. Die Wohnungseigentümer, sprich die Kapitalanleger, sind schon so weit in ihren finanziellen Möglichkeiten geschwächt, dass sie neue Belastungen nicht mehr aufnehmen könnten. Wenn Modernisierungen aber ausbleiben, werden neue Mieter schwer zu finden sein. Dieser Kreislauf führt spiralförmig zum Ende der Schrottimmobilien und vor allem zum finanziellen Desaster für alle Anleger. Die Banken werden im Übrigen eingedenk dieser Tatsache die Bewertungen nochmals herunternehmen für die Finanzierungsobjekte. Höhere Zinsen würden verlangt werden. Wer soll das alles bezahlen? Es wird deshalb höchste Zeit, die Mitverantwortung der Banken ernst zu nehmen für dieses wohnungswirtschaftliche Desaster aus den fehlgeschlagenen Kapitalanlagen. Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller