Die Abarbeitung des Scherbenhaufens der Pleite gegangenen Fondsgesellschaft Falk Capital kommt voran. Erste Immobilien wurden verkauft, und manche Anleger von Falk-Fonds erhalten sogar Schadenersatz.
Das Oberlandesgericht München hat den ehemaligen Vorstand der Falk Capital, Thilo Köhler, und den Wirtschaftsprüfer Horst Freiheit rechtskräftig zu Schadenersatz an zwei Anleger des Falk Zinsfonds verurteilt (Az. 21 U 2687/07). Dies teilt Rechtsanwalt Ralph Veil von der Kanzlei Mattil & Kollegen mit, der das Urteil für ein Mitglied der Aktionsgemeinschaft der Falk-Anleger erstritten hatte. Ausschlaggebend für das Urteil war, dass Freiheit keine Kontokontrolle besaß. Im Prospekt war aber damit geworben worden, dass ein Sonderkonto bestünde, über das Vorstand und Wirtschaftsprüfer nur gemeinsam verfügen könnten. Das Landgericht München hatte die klage noch ohne Beweisaufnahme zurückgewiesen. An dem Falk Zinsfonds hatten sich rund 3.000 Anleger mit einem Gesamtvolumen von rund 58 Mio. Euro beteiligt. Geschäftszweck des Fonds war die Vergabe von Darlehen an Immobilienfonds der Falk-Gruppe.
Weniger gut sind die Nachrichten für die Anleger des Falk Fonds 59. Dessen Insolvenzverwalter Josef Nachmann fordert nun von den 800 Anlegern ihre erhaltenen Ausschüttungen zurück. Wie schon bei den Falk Fonds 68 und 71 argumentiert Nachmann damit, dass die Anleger ihre Ausschüttungen erhalten hätten, ohne dass entsprechende Gewinne erzielt worden wären. Es geht um einen Betrag von 10 Mio. Euro. Unterdessen hat die Hauptgläubigerin des Fonds erklärt, sie sei für einen Vergleich zu haben. Dem nach sollen die Anleger nur 65 % der erhaltenen Ausschüttungen zurückzahlen. Stimmten die Anleger dem zu, müssten sie sich nicht darauf gefasst machen, dass die kompletten Gelder zurückverlangt und notfalls gerichtlich eingetrieben werden. Mit einem vergleichbaren Vorgehen hatte Nachmann bei den Fonds 68 und 71 mehr als 1.500 von knapp 1.900 Anlegern überzeugt.
Fast zeitgleich wurde der Verkauf eines Portfolios von 13 Gewerbeimmobilien an den Fonds Rock Ridge der US-Investmentfirma Strategic Value gemeldet. Der Verkauf von elf der Immobilien aus den Falk Fonds 70, 72, 73 und 74 dient der Ablösung notleidender Kreditforderungen gegen die Falk Fonds. Durch die Vereinbarung können die Anleger der Fonds vom Gläubiger nicht mehr persönlich in die Haftung genommen werden. Die zwei weiteren verkauften Immobilien stammen aus insolventen Falk Fonds.
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