Bausparkassen stöhnen schon länger über vergleichsweise hoch verzinste Altverträge. Mit verschiedenen Methoden haben diverse Bausparkassen schon versucht, ihre Kunden aus den Altverträgen zu drängen. Oft genug auch ohne rechtliche Grundlage.
„Die hohen Zinsen machen die Bausparkassen offenbar weiterhin erfinderisch, wie eine neue Praxis der Debeka zeigt. Dabei sollen die Bausparer zwar nicht aus den Verträgen gedrängt, dafür aber die Zinszahlungen reduziert werden“, sagt Rechtsanwalt Christof Bernhardt von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden.
Bausparer sind es gewohnt, dass ihre Rate automatisch vom Konto abgebucht wird. Das brachte die Debeka auf einen Trick. Sie stellte die automatische Abbuchung bei zuteilungsreifen Verträgen im Tarif BS1 einfach ein, wie verschiedene Medien berichten. Der Vorteil für die Bausparkasse liegt darin, dass das Guthaben der Bausparer nicht weiter ansteigt und dementsprechend weniger Zinsen fällig werden.
Betroffen von diesem Vorgehen sind Medienberichten zu Folge rund 70.000 Verträge im Tarif BS1, die die Zuteilungsreife erreicht haben, der Bausparer also die vereinbarte Sparleistung erbracht hat. Steigt das Guthaben nicht weiter an, muss die Debeka weniger Zinsen zahlen. Die Bausparkasse rechtfertigt dieses Vorgehen damit, dass sie nach dem Erreichen der Zuteilungsreife nicht verpflichtet ist, die Raten weiterhin automatisch einzuziehen. Das Problem für die Kunden: Es kann dauern, bis sie merken, dass die Bausparkasse die Abbuchung eingestellt hat und er dadurch Zinseinbußen hat. Denn die Debeka hat ihre Kunden nur versteckt in einem Informationsblatt zum Datenschutz über dieses Vorgehen informiert.
„Diese Vorgehensweise der Debeka ist kritisch zu bewerten und zeugt nicht von großer Kundenfreundlichkeit. Auch wenn die Raten nicht mehr automatisch abgebucht werden, kann natürlich jeder Kunde seine monatliche Rate selbst einzahlen. Dagegen kann sich die Bausparkasse nicht wehren“, so Rechtsanwalt Bernhardt.
Bausparkassen haben in der Vergangenheit mit verschiedenen Methoden versucht, Bausparer aus ihren Bausparverträgen zu drängen. Die Kanzlei Cäsar-Preller vertritt bundesweit Bausparer, die sich gegen das Vorgehen ihrer Bausparkasse zur Wehr setzen möchten.
Mehr Informationen: www.caesar-preller.de
Neueste Kommentare