Im vergangenen Jahr sind die Zwangsversteigerungen von Häusern wieder leicht gestiegen. Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien an deutschen Amtsgerichten habe sich um 0,8 Prozent auf rund 91 800 Termine erhöht, teilte der Wirtschaftsverlag Argetra Anfang des Jahres mit. Gleichzeitig ging jedoch der amtlich festgesetzte Verkehrswert der angebotenen Objekte um 5,1 Prozent auf insgesamt 16,53 Mrd. Euro zurück. Diese Entwicklung entspricht einem längerfristigen Trend. Die Zahl der Zwangsversteigerungen ist seit fünf Jahren ungefähr gleich, bei rückläufigen Verkehrswerten. 1997 waren es allerdings noch 39 000 Fälle gewesen. Die explosionsartige Zunahme der Zwangsversteigerungen in den Städten des Ostens sei endlich gestoppt und gehe deutlich zurück. Dort habe eine Marktbereinigung stattgefunden. Das bedeute allerdings nicht, dass alle Objekte einen neuen Eigner gefunden hätten. Manche Gläubiger hätten resigniert und die unveräußerlichen Objekte aus dem Verfahren genommen. Nach der Zahl der Einwohner fallen die meisten Zwangsversteigerungen nach wie vor in Ostdeutschland an, die wenigsten dagegen in Süddeutschland sowie den Stadtstaaten. Die Versteigerungstermine hatten aber in Hessen, im Saarland und Nordrhein-Westfalen deutlich zugenommen. Fast ein Drittel der Zwangsversteigerungen entfällt auf Ein- und Zweifamilienhäuser, ein weiteres Drittel wiederum auf Eigentumswohnungen, der Rest auf Gewerbe, Wohn- und Geschäftshäuser sowie Garagen und unbebaute Grundstücke.