An Ansicht der Gewerkschaft ist der Fertighausbauer Kampa schweren Managementfehlern zum Opfer gefallen. Laut Gewerkschaftssprecher der IG Bau Bodo Matthey habe Kampa 2007 die Manufaktur für teure Exklusiv-Häuser in Minden dichtgemacht und auf automatische Fertigungsanlagen gesetzt. Das hätte nicht gut gehen können. Mit dem Luxussegment habe Kampa ein bedeutendes Standbein in der Rezession aufgegeben. Die Firma steht vor dem Aus.
Der Insolvenzverwalter Werner Schreiber hatte nach ergebnislosen Gesprächen mit um die 70 möglichen Investoren am Mittwoch verkünden müssen, dass Kampa nicht mehr zu retten sei. Alle 750 Mitarbeiter werden entlassen. Einst war Kampa Europas führender Fertighausbauer. 2008 machte das Unternehmen einen Gesamtverlust zwischen 28,5 und 29,5 Millionen Euro. Am Ende hatte der Großaktionär des früheren Familienunternehmens Kampa, die Investmentgesellschaft Triton, gezögert, das Unternehmen mit noch mehr Geld über Wasser zu halten. Schließlich konnte der Insolvenzverwalter nicht länger warten. Warum Triton sich in dem Moment nicht weiter eingesetzt hat, lässt sich nur mutmaßen. Der Finanzinvestor sei allerdings auch in der Autozuliefer-Branche aktiv, die bekanntlich zurzeit für niemanden ein einfaches Geschäftsfeld ist.
Nach Einschätzung von Verbraucherschützern könnte für Häuslebauer auf der Kampa-Kundenliste der Zusammenbruch schlimme Folgen haben. So sähen Bauherren oftmals bereits gezahltes Geld nicht wieder. Zudem fallen mit dem Insolvenzverfahren die Gewährleistungsansprüche weg und es besteht die Gefahr, dass der Hausbau nicht zu Ende gebracht wird. Dies könne auch im Zusammenhang mit dem Kampa-Aus gelten.
Mitgeteilt durch Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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