Die „Reichen“ in Deutschland zahlen in erheblichem Umfang Einkommensteuer und tragen auch den Löwenanteil bei der Umverteilung von „oben nach unten“. Das geht aus einer gestern vorgelegten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Danach entfällt auf das oberste Zehntel der Einkommensbezieher mehr als die Hälfte (55 Prozent) des gesamten Steueraufkommens. Fast ein Viertel (22,2) des Steueraufkommens gehe auf das eine Prozent an Einkommensreichsten zurück. Dagegen zahle die untere Hälfte der Steuerpflichtigen nur fünf Prozent des Aufkommens.
Satz von 34 Prozent Auch rechnen sich die Spitzenverdiener vor dem Fiskus weniger arm als angenommen. Im Verhältnis zum Bruttoeinkommen ergibt sich nach der DIW-Studie, dass die effektiven Steuerbelastungen mit zunehmendem Einkommen tatsächlich steigen. Sie sind aber deutlich geringer als die Steuersätze. Bei Top-Verdienern betrage der effektive Einkommensteuersatz – also der Satz, den die Haushalte bezogen auf ihr Bruttoeinkommen wirklich zahlen – im Schnitt rund 34 Prozent. Wie viele Einkünfte vor der Steuer versteckt werden, ist aus der DIW-Statistik für den Zeitraum 1999 bis 2002 nicht zu ermitteln.
Schnitt von 328 000 Euro Zu den obersten zehn Prozent der Einkommensbezieher gehörten im Jahr 2002 laut DIW Menschen mit Jahreseinkünften von rund 75 000 Euro an – das Durchschnittseinkommen in dieser Gruppe liegt bei jährlich etwa 120 000 Euro. Das eine Prozent der Einkommensreichsten betrifft Steuerpflichtige mit einem Jahreseinkommen von 156300 Euro an beziehungsweise eine Gruppe mit einem Durchschnittseinkommen von jährlich 328 000 Euro.