Im Zusammenspiel mit dubiosen Vermittlern drehen Banken Tausenden Anlegern sogenannte Schrottimmobilien an. An immer neue Opfer kommen diese Finanzvertriebe durch telefonische Werbung oder Versprechungen auf Internetseiten. Den Kunden wird vorgerechnet, sie könnten sich vor Inflation schützen und Steuern sparen. Vielen wird erst viel später bewusst, dass es um den Kauf einer Immobilie geht. Teilweise sind diese Immobilien jedoch nur die Hälfte des Kaufpreises oder weniger wert. Einige Wohnanlagen sind sanierungsbedürftig oder so marode, dass die Mieter nicht mehr zahlen. Gauner haben ganze Straßenzüge billig gekauft und „renoviert“ verscherbelt. Oft wurde aber gar nichts renoviert oder nur „pinselsaniert“. Viele Käufer solcher Wohnungen sehen sich nämlich die Wohnungen gar nicht an, weil sie in anderen Bundesländern liegen. Sie werden als „1a Objekt“ angeboten, und den Kredit geben bekannte „seriöse“ Banken. Häufig wird auch Zeitdruck gemacht; es seien fast alle Objekte schon verkauft, heißt es dann zum Beispiel.
Wenn Mieteinnahmen vorgerechnet werden, die viel höher als die echten Mieten sind, kann sich der Kauf einer vermieteten Immobilie als Kapitalanlage natürlich nicht lohnen. Für die Opfer bedeutet das häufig den finanziellen Ruin, weil die Mieteinnahmen die monatlichen Darlehensraten nicht decken. Monat für Monat wird sodann draufgezahlt.
Solchen Verkäuferfirmen das Handwerk zu legen geht erst, wenn die Käufer gemerkt haben, dass sie die Wohnungen viel zu teuer gekauft haben, also erst viel später. Und bis der Beweis geführt ist, sind die Hintermänner untergetaucht oder haben Privatinsolvenz angemeldet und das Geld ist längst verschoben.
Durchaus Chancen vor Gericht haben Opfer aber, wenn der Nachweis gelingt, dass eine Bank „institutionalisiert“ mit den Vermittlern zusammengearbeitet hat.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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