Wieviel Urlaub steht einem Arbeitnehmer pro Kalenderjahr zu?
Bei einer Sechs-Tage-Woche muss der Urlaub mindestens 24 Werktage und bei einer Fünf-Tage-Woche mindestens 20 Werktage betragen. Bei einer geringeren Arbeitszeit reduziert sich der Urlaubsanspruch entsprechend. Ausnahmereglungen gelten z.B. für Jugendliche und Schwerbehinderte, denen ein höherer Urlaubsanspruch zusteht. Individualvertraglich können Arbeitnehmer und Arbeitgeber jedoch einen höheren Urlaubsanspruch als den gesetzlich vorgesehen vereinbaren. In vielen Branchen sind 30 Tage Jahresurlaub üblich.
Kann der Arbeitnehmer den Zeitpunkt und die Dauer seines Urlaubes selbst bestimmen?
Grundsätzlich sind die Wünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Etwas anderes gilt nur wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen oder eine Kollision mit dem Urlaub anderer Mitarbeiter vorliegt. Soll der Urlaub im Anschluss an eine medizinische Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme erfolgen, muss er gewährt werden. Der Arbeitgeber ist außerdem dazu verpflichtet, den Urlaub zusammenhängend zu gewähren. Beachtet werden muss aber, dass der volle Urlaubsanspruch erst sechs Monate nach Arbeitsaufnahme entsteht und vorher nur anteilig Urlaub genommen werden kann.
Muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr genommen werden oder ist eine Auszahlung möglich?
Eine Übertragung des Urlaubs ist nur in Ausnahmefällen auf die ersten drei Monate des nächsten Kalenderjahres möglich, ansonsten verfällt er. Nur wennder Urlaub aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht vollständig gewährt werden kann, ist er abzugelten. Diesbezüglich ist vor kurzem eine Entscheidung des EuGH ergangen, die ausdrücklich bestätigt, dass der Anspruch auf finanziellen Ausgleich unabhängig vom Grund der Beendigung des Arbeitsvertrages und selbst dann wenn der Arbeitnehmer von sich aus kündigt, besteht.
Gibt es die Möglichkeit Sonderurlaub zu nehmen?
Ja. In bestimmten Situationen ist es dem Arbeitnehmer nicht zumutbar die geforderte Arbeitsleistung zu erbringen. Es handelt sich dann um unverschuldete Arbeitsverhinderung. Umstände, die in der Regel zu einer bezahlten Freistellung führen können sein: Heirat, Geburt des eigenen Kindes, Umzug oder eine Sterbefall oder eine schwere Erkrankung in der Familie.
Was ist der Unterschied zwischen Urlaubsentgelt und Urlaubsgeld?
Ersteres ist das dem Arbeitnehmer gesetzlich zustehende Entgelt für seine Urlaubszeit. Das Urlaubsgeld hingegen, kann dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber freiwillig und zusätzlich zum Urlaubsentgelt gezahlt werden. Sollte ein solches Urlaubsgeld bezahlt werden, muss es aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes an alle Beschäftigten des Betriebes gezahlt werden.
Bei Streitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber über das Bestehen von Urlaubsansprüchen, aber auch bei Lohnentgeltfortzahlungsansprüchen oder Schadensersatzansprüchen, berät Herr Cäsar-Preller sie gerne umfassend.
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